Die Religion des Wohlstands hat ihre Gläubigen, ihre Märtyrer und ihre Ketzer, ihre Wellen von Pessimismus, die wie Anfälle von Unglauben sind; sie hat noch Gegner; sie ist noch nicht in dem Stadium, wo sie Atheisten hätte. Wir akzeptieren Wirtschaftskriege, Dumping, Währungsstürze und den Anstieg der Arbeitslosigkeit, so wie die Menschen früher die Übel eines Gesellschaftszustands ertrugen, den sie sich nicht viel anders denken konnten, obgleich sie ihn sich besser wünschten.

 

Marguerite Yourcenar, Der Goldwechsler (1932)

 

SINN UND FORM 1/2012